Methodik: Wie die Fleckenmatrix entsteht
Kurz gesagt
Die Fleckenart legt fest, welche Methoden chemisch wirken und in welcher Reihenfolge. Das Material legt fest, was es aushält: Wasser, Wärme, Enzyme, Bleiche, Lösungsmittel, Säure, Reibung, Einweichen. Aus beidem wird je Methode eine Ampel berechnet. Stand 2026-09-22: 20 Fleckenarten, 9 Materialien, 21 Methoden, 180 Zellen mit 803 Einträgen (494 grün, 239 gelb, 70 rot), 10 externe Quellen, 0 eigene Tests.
1. Fleckenchemie bestimmt die Methode
Wir ordnen jeden Fleck einer Chemie-Klasse zu: Protein (Blut, Milch, Ei), Fett/Öl, Tannin (Kaffee, Tee, Rotwein), Pigment/Farbstoff (Gras, Curry, Beeren, Tinte), Oxidation (Rost), Wachs/Harz, Klebstoff (Kaugummi) und mikrobiell (Stockflecken). Daraus folgt die Methodenfolge: Eiweiß braucht Kälte und Enzyme, Fett einen Fettlöser, Tannine Sauerstoff, Rost Säure, Wachs Kälte und Wärme, Kaugummi Kälte. Für jeden Fleck ist zusätzlich hinterlegt, was bei frischen und bei alten Flecken anders ist und was bei nicht waschbaren Materialien gilt.
2. Materialgrenzen bestimmen die Ampel
Jedes Material hat für acht Anforderungen einen Wert: erlaubt, Vorsicht oder nein. Wolle und Seide vertragen keine Enzyme und keine Wärme, Jeans keine Bleiche und wenig Reibung, Leder fast keine Nassmethode, Teppich und Matratze kein Einweichen. Jede Methode nennt, welche Anforderungen sie stellt. Die Ampel einer Methode auf einem Material ist die schwächste Verträglichkeit:
- sicher – alle Anforderungen erlaubt.
- Vorsicht – vorher testen – mindestens eine Anforderung mit Vorsicht: an verdeckter Stelle testen, kurz einwirken, nicht reiben.
- nicht anwenden – mindestens eine Anforderung, die das Material nicht verträgt. Wir zeigen rote Methoden trotzdem, weil viele Ratgeber sie pauschal empfehlen.
Die Empfehlung einer Zelle ist die erste grüne Methode der Folge, sonst die erste gelbe. Die Regeln sind als Skript hinterlegt und werden bei jeder Änderung neu berechnet; die Rohdaten stehen als CSV und JSON unter CC BY 4.0 bereit.
3. Quellen und eigene Tests
Grundlage sind Textilchemie und Pflegevorschriften (Pflegesymbole), ergänzt um Ratgeber von Herstellern, Verbraucher- und Testorganisationen, die wir je Fleckenart verlinken. Wir übernehmen keine Texte, sondern prüfen Aussagen gegen die Chemie. Eigene Tests dokumentieren wir mit Material, Methode, Einwirkzeit, Foto vorher/nachher und Datum; eine Zelle gilt erst als „selbst getestet", wenn ein solcher Test vorliegt. Bis dahin ist sie als Literaturwert gekennzeichnet.
4. Grenzen
Die Ampel ersetzt nicht das Pflegeetikett. Mischgewebe, Beschichtungen, Färbungen und das Alter eines Flecks können vom Regelfall abweichen. Bei teuren oder unersetzlichen Textilien empfehlen wir die Fachreinigung. Für Schäden durch eigenmächtige Anwendung übernehmen wir keine Haftung; deshalb steht bei jeder gelben und roten Methode der Hinweis, vorher an verdeckter Stelle zu testen.
5. Aktualisierung
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